Details zur Vorlage
Am Anfang steht oft ein Liebesbrief – zart, ehrlich, voller Hoffnung. Worte, die ein Herz berühren, Erinnerungen schaffen, Nähe stiften. Es folgen Nächte voller Gespräche, Wochenenden im Rausch der Verliebtheit, erste gemeinsame Urlaube, vielleicht der Einzug in die erste gemeinsame Wohnung. Man plant, träumt, lebt zusammen. Irgendwann fällt das Wort „Hochzeit“ und plötzlich steht man da, Hand in Hand, vor dem Traualtar. Für immer, sagt man. Und meint es auch so.
Doch zwischen „Ich liebe dich“ und „Ich will die Scheidung“ liegt mehr als nur Zeit. Es sind unausgesprochene Konflikte, stille Vorwürfe, emotionale Rückzugsorte. Der Alltag schleicht sich ein wie ein leiser Dieb – er nimmt sich Aufmerksamkeit, Leidenschaft, Gesprächszeit. Und während man Rechnungen bezahlt, Termine koordiniert und aneinander vorbeilebt, stellt sich eine leise Frage: Was ist eigentlich aus uns geworden?
Hier setzt Paartherapie an – nicht als Notaufnahme für gescheiterte Beziehungen, sondern als Werkzeug zur ehrlichen Standortbestimmung. Und ein Paartherapie-Fragebogen kann dabei helfen, Licht ins emotionale Dunkel zu bringen. Vielleicht sogar schon viel früher – etwa nach dem ersten Liebesbrief, der nicht nur romantisch, sondern auch ein Spiegel gemeinsamer Werte ist. Oder bei der Planung eines besonderen Moments wie einer Karte zum Jahrestag, die nicht nur Erinnerungen feiert, sondern auch die Beziehung bewusst reflektiert.
Warum ein Fragebogen mehr als nur Papier ist

Ein gut durchdachter Fragebogen ist kein Formular zum Abhaken. Er ist Spiegel, Kompass, Lupe und manchmal auch Weckruf. Er zeigt, wo sich zwei Menschen emotional befinden – und wo sie vielleicht unterwegs verloren gegangen sind. Er deckt Muster auf, die man selbst nicht mehr sieht, weil sie sich im Laufe der Jahre wie Tapetenmuster in den Hintergrund gedrängt haben.
Er fragt nicht nur nach den offensichtlichen Dingen wie Kommunikation oder Intimität, sondern auch nach Werten, Erwartungen, Bedürfnissen und Grenzen. Was braucht jeder Einzelne, um sich gesehen, verstanden und geliebt zu fühlen? Was verbindet uns noch – und was trennt uns?
Solche Fragen mögen unbequem sein. Doch sie führen zu ehrlichen Gesprächen. Und ehrliche Gespräche sind das Fundament jeder echten Veränderung. Typische Themenbereiche, die ein Paartherapie-Fragebogen beleuchtet, sind:
- Kommunikation: Wie sprechen wir miteinander? Hören wir einander wirklich zu – oder warten wir nur auf unsere eigene Antwort?
- Konfliktverhalten: Streiten wir fair? Oder verletzen wir uns mit Worten, die lange nachhallen?
- Nähe und Distanz: Wie viel Zeit verbringen wir miteinander – und wie viel allein? Ist unser Bedürfnis nach Nähe im Gleichgewicht?
- Zukunftsvorstellungen: Ziehen wir an einem Strang – oder laufen wir in entgegengesetzte Richtungen?
- Werte und Alltagsgestaltung: Wie wichtig sind uns Familie, Karriere, Freizeit? Passen unsere Lebensentwürfe überhaupt (noch) zusammen?
Ein solcher Fragebogen kann – wenn ehrlich beantwortet – zu einem intensiven Gesprächsanlass werden. Er schafft Klarheit darüber, was gut läuft. Und er deckt auf, wo der Lack bröckelt, auch wenn die Fassade noch glänzt.
Was wir mitbringen – und oft nicht auspacken
Jeder Mensch trägt Erfahrungen mit sich. Manches davon ist leicht wie eine Erinnerung an erste Küsse, gemeinsames Lachen oder nächtliche Spaziergänge. Doch oft ist da auch Gepäck, das schwer auf der Beziehung lastet: alte Verletzungen, unverarbeitete Enttäuschungen, unerfüllte Erwartungen. Der Fragebogen bietet eine behutsame Möglichkeit, diesen Rucksack zu öffnen – nicht, um Schuld zu verteilen, sondern um zu verstehen, warum bestimmte Themen immer wieder auftauchen.
Gerade in längerfristigen Beziehungen oder Ehen, in denen auch rechtliche Rahmenbedingungen wie ein Ehevertrag oder ein Partnerschaftsvertrag existieren, lohnt sich der Blick darauf, ob das ursprünglich Vereinbarte noch mit dem gelebten Alltag übereinstimmt. Denn auch Verträge können veralten – und statt Sicherheit zu geben, neue Konflikte auslösen.
Warum verletzt uns ein bestimmter Tonfall so sehr? Warum führen kleine Diskussionen plötzlich zu großen Auseinandersetzungen? Häufig sind es nicht die aktuellen Konflikte, sondern alte Wunden, die neu aufbrechen. Der Fragebogen kann helfen, diese unsichtbaren Fäden sichtbar zu machen – und sie Stück für Stück zu entwirren.
Sprache der Liebe – und wie unterschiedlich sie gesprochen wird

Nicht jeder sagt „Ich liebe dich“ auf dieselbe Weise. Während der eine seine Zuneigung durch Berührungen ausdrückt, zeigt der andere sie durch kleine Aufmerksamkeiten, Unterstützung im Alltag oder intensive Gespräche. Diese „Liebessprachen“ sind so individuell wie die Menschen selbst. Der Fragebogen beleuchtet genau solche Unterschiede.
Wer versteht, auf welche Weise sein Partner Liebe gibt und empfängt, kann Missverständnissen und damit einem möglichen Scheidungsantrag vorzubeugen. Es ist ein großer Unterschied, ob man denkt, nicht geliebt zu werden – oder einfach nur nicht erkennt, wie der andere liebt. Und manchmal genügt genau dieses Wissen, um das Band zwischen zwei Menschen wieder zu festigen.
Eine Investition in die Liebe – bevor der Riss zu tief wird
Viele Paare suchen erst Hilfe, wenn die Krise bereits in vollem Gange ist. Wenn Türen knallen, Gespräche verstummen und der Alltag zur Kampfzone wird. Dabei wäre es so viel klüger – und liebevoller –, schon früher genau hinzuschauen.
Ein Paartherapie-Fragebogen kann genau dieses frühe Hinsehen fördern. Er eignet sich nicht nur für langjährige Ehen in Schieflage, sondern auch für frisch Verliebte, die sich ernsthaft kennenlernen wollen. Denn wie gut kennt man den anderen wirklich, wenn man nur seine Lieblingspizza, aber nicht seine tiefsten Ängste kennt?
Vielleicht wäre es an der Zeit, Beziehung nicht als Selbstläufer zu betrachten, sondern als Projekt, das Pflege, Aufmerksamkeit und Reflexion verdient. Wie ein Garten, der nur blüht, wenn man ihn regelmäßig gießt, Unkraut jätet und hin und wieder neu bepflanzt.
Gemeinsam wachsen – statt auseinanderzubrechen
Ein Paartherapie-Fragebogen ist kein Allheilmittel. Aber er ist ein Anfang. Ein erster Schritt, um sich wieder zu begegnen – mit offenen Augen, offenen Herzen und dem Mut zur Wahrheit. Wer bereit ist, sich auf diese ehrliche Innenschau einzulassen, kann aus Krisen Chancen machen. Und aus stillen Vorwürfen wieder lebendige Nähe entstehen lassen.
Denn wahre Liebe bedeutet nicht, sich blind zu vertrauen. Sondern bereit zu sein, immer wieder hinzusehen – auch wenn es weh tut. Und vor allem: gemeinsam weiterzugehen.
Muster eines Paartherapie-Fragebogens
- Persönliche Angaben
Partner A | Partner B | |
Name | ||
Geburtsdatum | ||
Alter | ||
Adresse | ||
Telefonnummer (mobil) | ||
E-Mail-Adresse | ||
Beruf / Tätigkeit | ||
Arbeitszeiten / Schichtarbeit? | ||
Kinder (Anzahl & Alter) |
- Angaben zur Partnerschaft
Seit wann sind Sie ein Paar (Beziehungsbeginn)?
…
Seit wann wohnen Sie zusammen?
…
Sind Sie verheiratet oder in einer eingetragenen Partnerschaft?
☐ Ja ☐ Nein ☐ In Trennung ☐ Andere Form:
Gab es vorherige Trennungen? Wenn ja, wie oft und warum?
…
Wie erleben Sie Ihre Beziehung aktuell? (kurze Beschreibung)
…
Was war der Auslöser für die Entscheidung, eine Paartherapie zu beginnen?
…
Gab es vor dem jetzigen Zeitpunkt bereits therapeutische Hilfe für die Beziehung?
☐ Ja ☐ Nein
Wenn ja: Wann? Wo? Mit welchem Ergebnis?
…
- Kommunikationsverhalten
Wie würden Sie die Kommunikation in Ihrer Beziehung beschreiben?
☐ Offen und respektvoll
☐ Häufig missverständlich
☐ Vorwürfe / Eskalationen
☐ Schweigen oder Rückzug
☐ Andere Beobachtungen: …
Was passiert typischerweise bei Konflikten?
…
Wie häufig streiten Sie sich aktuell?
☐ Täglich ☐ Mehrmals pro Woche ☐ Selten ☐ Nie
Wie lösen Sie normalerweise Konflikte?
…
- Gefühle & Bindung
Wie verbunden fühlen Sie sich Ihrem Partner/Ihrer Partnerin?
☐ Sehr verbunden ☐ Verbunden ☐ Distanziert ☐ Gleichgültig
Fühlen Sie sich in Ihrer Beziehung emotional unterstützt?
☐ Ja ☐ Nein ☐ Teilweise
Wie stark ist das gegenseitige Vertrauen?
☐ Sehr hoch ☐ Eher hoch ☐ Eher gering ☐ Kein Vertrauen
Welche Gefühle empfinden Sie momentan vorwiegend gegenüber Ihrem Partner/Ihrer Partnerin?
…
- Intimität & Sexualität
Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer gemeinsamen Sexualität?
☐ Sehr zufrieden ☐ Zufrieden ☐ Unzufrieden ☐ Kein sexuelles Leben
Gab es in der Vergangenheit sexuelle Probleme oder Unzufriedenheit?
…
Wie häufig haben Sie aktuell sexuelle Kontakte?
☐ Mehrmals pro Woche ☐ Wöchentlich ☐ Seltener ☐ Keine
Wie erleben Sie Nähe und Zärtlichkeit in der Beziehung?
…
- Persönliche Belastungen & individuelle Themen
Gibt es persönliche Belastungen, die Ihre Beziehung beeinflussen (z. B. psychische Erkrankungen, Sucht, familiäre Konflikte, beruflicher Stress)?
☐ Ja ☐ Nein
Wenn ja: Welche?
…
Haben Sie aktuell gesundheitliche oder psychische Beschwerden (Depression, Angst, Burnout, etc.)?
☐ Ja ☐ Nein
Wenn ja: Welche? Behandlungen?
…
Gab es in der Vergangenheit belastende Lebensereignisse (z. B. Tod, Trauma, Trennung, Missbrauch)?
☐ Ja ☐ Nein
Wenn ja: Bitte kurz erläutern:
…
- Wünsche und Therapieziele
Was erwarten Sie von der Paartherapie?
☐ Verbesserung der Kommunikation
☐ Wiederherstellung von Nähe
☐ Bearbeitung von Vertrauensbruch (z. B. Untreue)
☐ Hilfe bei Trennungsentscheidung
☐ Sexualität verbessern
☐ Konfliktlösung
☐ Anderes: …
Was möchten Sie konkret für sich selbst verändern oder erreichen?
…
Was wünschen Sie sich vom Partner / von der Partnerin?
…
Was glauben Sie, trägt jeder von Ihnen zum aktuellen Beziehungsproblem bei?
…
- Offene Fragen oder Anmerkungen
Gibt es etwas, das Sie dem Therapeuten im Vorfeld mitteilen möchten?
…
Vorlage eines Paartherapie-Fragebogens als kostenloser Download
Paartherapie-Fragebogen Vorlage (PDF) = Paartherapie-Fragebogen Vorlage (900 Downloads)